Der Dolcetto ist eine autochthone Rebsorte aus dem Piemont im Nordwesten Italiens und wird dort seit Jahrhunderten angebaut. Erste Erwähnungen deuten auf das 11. Jahrhundert hin, eine Bestandsliste der Gemeinde Dogliani nennt ihn später. Der Name bedeutet "kleiner Süßer" und bezieht sich nicht auf den Geschmack des Weins, sondern auf die süßen Beeren, wenn sie voll ausgereift sind. Einige Forscher vermuten einen französischen Ursprung, andere sehen Dogliani im Süden des Piemont als Heimat. Historisch wurde Dolcetto auch als Tauschware gegen ligurische Produkte verwendet. Der frühere italienische Staatspräsident Luigi Einaudi war ein großer Liebhaber des Dolcetto aus Dogliani.
Aus Dolcetto entstehen trockene, harmonische, fruchtbetonte Rotweine. Es gibt sieben DOC- und DOCG-Gebiete mit dem Namen der Sorte, die bekanntesten sind der Dolcetto di Dogliani DOCG, der Dolcetto di Diano d'Alba DOCG, der Dolcetto d'Alba DOC und der Dolcetto d'Ovada. Die Weine müssen dort zu 100 Prozent aus Dolcetto bestehen. Dogliani ist oft würziger und kräftiger, Alba besonders elegant, Ovada aromatisch und rund. Daneben gibt es Superiore-Qualitäten, die zehn bis zwölf Monate reifen. Wer einen Dolcetto kaufen möchte, findet bei uns die ganze Vielfalt vom unkomplizierten Alltagswein bis zum strukturierten Lagenwein.
Der Dolcetto ist ein vielseitiger Speisenbegleiter der piemontesischen Küche. Er passt hervorragend zu Antipasti, Salami, Schinken, Vitello tonnato, Pasta mit Tomaten- und Fleischsoße, Pizza und Risotto. Auch zu gegrilltem Fleisch, Geflügel, mildem bis mittelkräftigem Käse und Pilzgerichten ist er eine ausgezeichnete Wahl. Seine milde Säure und seine fruchtige Art machen ihn zu einem unkomplizierten Begleiter für viele Gerichte. Am besten serviert man ihn leicht gekühlt.
Der Dolcetto reift früh und gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen Mergelböden in höheren Lagen, wie in Dogliani und Diano d'Alba. Seine Beeren sind klein und dunkel. Seine Weine sind farbintensiv und fruchtbetont, mit Aromen von schwarzer Kirsche, Pflaume, Brombeere und einer leicht bitteren Mandelnote, dazu Veilchen und Süßholz. Typisch sind die milde bis moderate Säure, ein vergleichsweise niedriger Alkoholgehalt und feine Tannine, die manchmal kräftiger ausfallen, als die fruchtige Art erwarten lässt. Wegen der geringen Säure und des leichten Charakters sind Dolcetto-Weine besonders bekömmlich und werden am besten jung genossen.
Der Dolcetto wird im Piemont auf rund 3.100 bis 3.800 Hektar angebaut. Die wichtigsten Gebiete sind die Hügel rund um Alba, Dogliani, Diano d'Alba, Acqui, Asti und Ovada, dazu das Gebiet der Langhe Monregalesi. Dogliani kommt auf rund 600 Hektar, Alba auf rund 950 bis 1.500 Hektar. Außerhalb des Piemont findet man den Dolcetto in kleineren Mengen in Ligurien und vereinzelt in Frankreich, den USA, Neuseeland und Australien.
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