Der Acolon ist eine deutsche Neuzüchtung aus dem Jahr 1971. Gezüchtet wurde er unter der Leitung von Helmut Schleip an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg in Württemberg. Er ist eine Kreuzung aus Lemberger (Blaufränkisch) und Dornfelder, zwei Sorten, die ebenfalls für kräftige Farbe und intensive Frucht bekannt sind. Seine Zuchtnummer lautet We 71-816-102. Der Name Acolon ist ein reiner Fantasiename. Die offizielle Sortenzulassung und den Sortenschutz erhielt er erst 2002 vom Bundessortenamt. Seitdem hat sich der Acolon innerhalb weniger Jahre einen festen Platz im deutschen Rotweinsortiment erobert.
Aus Acolon entstehen kräftige, farbintensive Rotweine mit viel Frucht und samtiger Struktur. Beliebt sind fruchtige, unkomplizierte Acolon als Alltagswein sowie im Barrique oder großen Holzfass gereifte Qualitätsweine. Der Acolon wird meist trocken ausgebaut und ist auch ein beliebter Cuvée-Partner. Besonders in Württemberg verleiht er Cuvées Farbe, Körper und Frucht. Wer einen Acolon kaufen möchte, findet bei uns die ganze Vielfalt vom frischen, fruchtigen Rotwein bis zum gehaltvollen, im Holz gereiften Spitzenwein.
Der Acolon ist ein kräftiger Speisenbegleiter. Er passt hervorragend zu Grillgerichten, Rind, Lamm und Wild sowie zu Schmorgerichten und deftigen Braten. Auch zu Pasta mit Fleischsoße, Pizza und herzhafter Hausmannskost ist er eine gute Wahl. Zu Käse empfehlen sich würzige Hartkäse und reifer Schnittkäse. Seine weichen Tannine und seine Fruchtigkeit machen ihn zu einem unkomplizierten Begleiter für würzige, herzhafte Küche.
Der Acolon reift früh, erreicht beachtliche Mostgewichte und ist deutlich weniger krankheitsanfällig als der Lemberger. Er liebt sonnige Lagen und färbt sich früher ein als der Dornfelder. Seine Weine sind tief- bis schwarzrot und sehr farbintensiv, mit Aromen von Schwarzkirsche, Brombeere, Heidelbeere, Wacholder und Tabak. Typisch sind die weichen, milden Tannine, die volle, harmonische Struktur und eine etwas höhere Säure als beim Dornfelder. Der Acolon ähnelt geschmacklich dem Lemberger, liefert aber meist besser strukturierte Weine als der Dornfelder. Im Barrique entwickelt er zusätzlich Noten von Vanille und Röstaromen und gewinnt an Tiefe.
Der Acolon wird in Deutschland auf rund 430 Hektar angebaut. Zur Jahrtausendwende waren es nur 76 Hektar, die Fläche ist seitdem deutlich gewachsen. Das Hauptanbaugebiet ist Württemberg, wo die Sorte gezüchtet wurde. Weitere Bestände gibt es in der Pfalz, in Rheinhessen, in Franken und in Baden. Der Acolon ist fast ausschließlich in Deutschland verbreitet und spielt in anderen Weinbauländern bisher keine nennenswerte Rolle.
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