Der Nobling ist eine deutsche Neuzüchtung aus dem Jahr 1940. Gezüchtet wurde er von Dr. Johannes Zimmermann am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg im Breisgau. Er ist eine Kreuzung aus Silvaner und Gutedel, was spätere DNA-Untersuchungen bestätigt haben. Seine Zuchtnummer lautet FR 128-40. Der Name soll eine Steigerung von "edel" symbolisieren. Ziel war eine Rebsorte, die im kühleren Klima deutscher Anbaugebiete reift und dabei eine moderate Säure behält. Seinen Höhepunkt erreichte der Nobling 1994 mit 128 Hektar, danach ging die Fläche wegen der hohen Lageansprüche und der geringen Bekanntheit stark zurück. Heute gilt er als Spezialität des Markgräflerlands.
Aus Nobling entstehen feinfruchtige, elegante Weißweine mit frischer Säure. Er ist eine beliebte Rebsorte für Winzersekt, da er bei hoher Säure gleichzeitig hohe Mostgewichte erreichen kann und so eine qualitativ hochwertige Grundlage liefert. Der Nobling Kabinett ist leicht und feinfruchtig, Nobling sur lie zeigt exotische Fruchtaromen und eine milde, zarte Art. Auch im Barrique oder Vierlingsfass ausgebaute Weine mit mehr Struktur sind möglich. Als Aperitif ist er ausgezeichnet. Wer einen Nobling kaufen möchte, findet bei uns eine Rarität für Kenner, die das Besondere schätzen.
Der Nobling ist ein eleganter, vielseitiger Begleiter. Als Aperitif und als Winzersekt eröffnet er jedes festliche Menü. Trockene Weine passen hervorragend zu Fisch und Meeresfrüchten, Spargel, Salaten und hellem Geflügel sowie zu leichten Gemüsegerichten. Auch zu mildem Käse und regionaler badischer Küche ist er eine gute Wahl. Im Holz gereifte Nobling begleiten auch cremige Gerichte und gebratenen Fisch, während junge, frische Weine als Sommerwein oder Aperitif schmecken.
Der Nobling braucht gute Lagen mit feucht-warmem Klima, ist chloroseempfindlich und hat eine geringe Winterfrostfestigkeit. Er wächst stark, bildet viele Geiztriebe und Ranken, was den Arbeitsaufwand im Weinberg deutlich erhöht. Dafür liefert er hohe Traubenerträge bei mittleren bis hohen Mostgewichten, höher als der Silvaner. Seine Weine sind fruchtig und körperreich mit einem feinen, sortentypischen Bukett und einem zarten, mirabell- bis pfirsichartigen Aroma, oft mit Birnennoten. Im Barrique oder Holzfass kommen Aromen von Stachelbeere und Grapefruit hinzu, nach Lagerung auf der Feinhefe zeigen sich Noten von Banane, Mango und Birnenkompott. Eine gute Qualität beginnt erst ab etwa 80 Grad Oechsle.
Der Nobling wird in Deutschland nur noch auf rund 55 bis 65 Hektar angebaut, praktisch ausschließlich in Baden und dort fast nur im Markgräflerland, zwischen Freiburg und der Schweizer Grenze. In anderen deutschen Anbaugebieten gibt es nur winzige Anpflanzungen von weniger als einem Hektar. Außerhalb Deutschlands gibt es kleine Bestände in der Schweiz mit unter einem Hektar. Weil der Nobling im Weinberg deutlich mehr Arbeit macht als die Burgundersorten und sich wegen seines unbekannten Namens schwerer vermarkten lässt, setzen nur wenige Winzer auf diese Sorte.
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